Säure-Basen-Haushalt

zwischen Wohlbefinden und Krankheit

Säuren entstehen dabei einerseits im Körper, gelangen aber auch mit unserer Nahrung hinein. Um ein gesundes Gleichgewicht zu bewahren, benötigen wir basisch wirkende Stoffe, die die Säuren neutralisieren. Gleichzeitig schleusen wir über die Lungen (Atemluft), Nieren (Urin) sowie über die Haut (Schweiß) Säuren aus dem Körper.

Stehen allerdings nicht genug Basen zur Neutralisierung zur Verfügung bzw. kommen die Systeme nicht mit der Ausscheidung hinterher, muss unser Körper die Säuren anderweitig aus dem Weg räumen – sie werden dann im Bindegewebe abgelagert. Fällt der Blut-pH-Wert unter den Normbereich, spricht man von einer Azidose. Umgangssprachlich wird auch häufig der Begriff chronische Übersäuerung (latente Azidose) verwendet. Eine akute Azidose mit pH-Werten von unter 7,15 ist lebensbedrohlich ist muss in jedem Fall medizinisch behandelt werden.
Aussagekräftige Werte über unseren Säure-Basen-Haushalt finden sich in unserem Blut: Liegt der Blut-pH unter 7,35 ist unser Säure-Basen-Status im sauren Bereich. Dagegen liefern pH-Teststreifen, die den pH-Wert im Urin messen, weniger aussagekräftige Werte. Der Grund: Unser pH-Wert im Urin liegt ohnehin im leicht sauren Bereich und ist aus medizinischer Sicht völlig normal.

Der menschliche Organismus verfügt über ein ausgeklügeltes Puffersystem – aber es ist nicht unerschöpflich. Überwiegen über lange Zeit die sauren Umstände, geraten wir in eine latente Übersäuerung. Diesen Zustand bemerken wir erst einmal nicht. Besteht die Übersäuerung aber über längere Zeit, kann sie die Funktionsweise des Bindegewebes und auch anderer Organe beeinträchtigen. Diskutiert wird zum Beispiel, ob Übersäuerung ein auslösender Faktor für diverse Befindlichkeitsstörungen und Zivilisationskrankheiten wie Migräne, Rheuma oder Osteoporose sein könnte.

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Ernährung

im Säure-Basen- HH

  • Planen Sie ihren Einkauf sorgfältig

  • Verhältnis 80% basisch - 20% säurebildend (nicht nur Gemüse ist basisch, auch einige Dinge von denen Sie es nicht glauben - die richtige Kombination ist entscheidend!

  • Ernährungsprotokoll um herauszufinden wo welche basischen und sauren Quellen sie haben - in einem weitern Schritt die säurebildenen Lebensmittel in Richtung 20% steuern (es gibt gute und schlechte Säurebilder

  • viele Öle sind neutral und sehr wichtig

  • Messung über Urintest (6.2-6.8)

  • Welche Lebensmittel sich eigenen und welche nicht, verrate ich Ihnen in einem persönlichen Gespräch. Es gibt aber auch viele Internetseiten.Ich empfehle einen kleinen Kompass für die Handtasche oder Rucksack

    Säure-Basen-Balance

    ISBN 978-3-8338-5295-4 aus dem GU Verlag

  • Gesund oder nicht? Die Naturbelassenheit der Lebensmittel ist hier ein wichtiges Kriterium

  • Was stark verarbeitet ist, reduzieren. Dazu gehören Fertiggerichte, Weißmehl, Zucker und Fast Food, aber auch was natürlich aussieht, kann ein Industrie-Produkt sein.

  • Eine natürliche Ernährung beginnt daher beim bewussten Einkauf. Die 10 einfachen Regeln dazu hier:

  • 1. Frisches Obst und Gemüse – regional und saisonal

  •  2. Je natürlicher, desto besser – wenig Verpacktes, kaum Plastik

  • 3. Keine künstlichen Zusätze, Farb- und Aromastoffe

  • 4. Regelmäßige Mahlzeiten

  • 5. Komplexe Kohlenhydrate mit Eiweiß kombinieren

  • 6. Auf gesunde Fette achten, keine Transfette

  • 7. Weniger Kochsalz, mehr Kräuter

  • 8. Leere Kalorien meiden – Zucker weglassen

  • 9. Jeden Tag ausreichend Wasser trinken

  • 10. Essen Sie bewusst, individuelle Unverträglichkeiten beachten




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Bewegung

im Säure-Basen- HH

  • Bewegung ist ein höchst effizientes Mittel um Stress abzubauen. Dabei muss es nicht immer ein kilometerlanger Lauf sein. Zum Stressabbau ist es optimal, sich an die Regel „Laufen ohne zu Schnaufen“ zuhalten – also ohne außer Atem zu kommen. Eine runde mit einem Boot auf einem See zu machen, im Wald einen schnellen Spaziergang zu unternehmen, einfach eine regelmäßige Bewegung in den Alltag integrieren, wenn es die Kondition erlaubt Ausdauertraining im anaeroben Bereich an der frischen Luft… , Tanzen, Velofahren, Skifahren, Wandern, Walken… das sind nur ein paar Beispiele um den Stoffwechsel in Schwung zu bringen. Das baut Stresshormone ab und wirkt sich positiv auf den Säure-Basen-Haushalt aus.

  • Lachen sorgt für Entspannung – immer! Und das funktioniert sogar, wenn das Lachen künstlich bzw. erzwungen ist. Für das Lachen sind zahlreiche Muskeln in unserem Gesicht zuständig. Werden sie beansprucht, schüttet der Körper automatisch Glückshormone aus, die Stresshormone Adrenalin und Cortisol werden abgebaut. Probieren Sie es einfach aus…

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Atmung

im Säure-Basen- HH

  • Die Lunge ist das mengenmäßig bedeutendste Organ für die Säure-Ausscheidung (Kohlensäure-Bicarbonat-System). In Form von Kohlendioxid atmen wir den ganzen Tag über große Mengen an Säuren aus, die im Stoffwechsel ganz natürlich entstehen. Je intensiver wir atmen, desto größer sind auch die Kapazitäten dieses Systems. Atemübungen, die die Tiefe der Atemzüge intensivieren, sind zu empfehlen.

  • So geht’s:

    Setzen Sie sich aufrecht auf einen Stuhl, entspannen Sie Schultern und Nackenbereich und blicken Sie nach vorne auf den Boden. Fixieren Sie dort einen Punkt.

    Atmen Sie jetzt nur noch über die Nase ein und aus. Atmen Sie gleichmäßig und ruhig. Pausieren Sie dann zwischen Ein- und Ausatmen 2 Sekunden lang – ohne abrupt die Luft anzuhalten.

    Zählen Sie im nächsten Schritt beim Einatmen und Ausatmen jeweils bis fünf. Wenn Sie damit zurechtkommen, erhöhen Sie die Ein- und Ausatemzeit nach und nach auf bis zu 10 Sekunden. Üben Sie zwei- bis dreimal pro Tag für ein paar Minuten. Schon nach kurzer Zeit haben Sie damit eine Technik zum schnellen Stressabbau an der Hand.

  • Wenn bei Erkrankungen der Lunge respiratorische Störungen auftreten

    (z. B. bei Asthma bronchiale) und zu oberflächlich und langsam geatmet wird, kann das zu einer respiratorischen Azidose führen. Die CO2-Abatmung ist dann zu gering und das saure Kohlendioxid lagert sich im Körper an.